Zwischen symbolischer Interaktionismus und Honigbienen im Juli
Zwischen Klausurenphase und Naturdokus auf Netflix.
Wien, 22. Januar 2026. Zieht euch bitte eine Mütze (auf österreichisch: Haube) auf, wenn ihr das Haus verlasst. Es ist (ur) kalt.
Eigentlich Life is worth livingggg. Nein.
Michelle taucht gerade ab und befindet sich in ihrer Höhle. Diese Höhle ist sehr klein, sie ist dort gefangen und hat als einziges Mittel zum Zeitverbringen ihr Ipad mit der App "Goodnotes", auf der der Ordner "Uni" ihren Alltag ziert. Ab und zu verlässt sie die Höhle und geht mit ihrem Jutebeutel ins Gym, findet nach einer langen Session zurück in ihr Loch und nimmt schließlich wieder ihr Ipad zur Hand, das am Abend nur noch 13 Prozent Akku hat.
Okay, so schlimm ist es jetzt auch nicht. Aber Klausurenphase ist ja wirklich wie Abi. Bloß mehr theoretisch, mit mehr Fachbegriffen und tausend Theorien, tausend Wissenschaftlern, tausend historischen Daten, tausend Studien, die du lesen darfst.
Mein Marathon und das vieler anderer läuft schon seit dem 8. Januar. Meine Panik ist nicht besser geworden. Meine Panik ist nicht schlimmer geworden. Okay, ich habe gelogen. Vielleicht ein bisschen schlimmer. Minimal. Höchstens.
Nun, manches macht wirklich Spaß zu lernen. Wie zum Beispiel der symbolische Interaktionismus. Er besagt, dass wir Menschen allen Dingen und Objekten eine Bedeutung geben, diese anhand von sozialen Interaktionen entstehen und anschließend dadurch interpretiert werden. So hat zum Beispiel mein Kuscheltier eine ganz andere Bedeutung für mich als für meine Mitbewohnerinnen. Logisch. Oder selective exposure. Wir Menschen versuchen immer nur das aufzunehmen oder im Kopf zu behalten, was mit unserer eigenen Meinung übereinstimmt. Du findest rauchen ist eine gute Idee? Du weißt aber ganz genau, das es scheiße ist, suchst aber trotzdem immer noch Standpunkte, die deine Meinung vertreten. „Meine Mama raucht auch und sie ist kerngesund“. Jaaaaa, genau.
Die Schweigespirale. Menschen haben Angst, ihre Meinung zu äußern, weil sie von der Gesellschaft nicht ausgegrenzt werden wollen. Wenn 99 Prozent ihr Nutellabrot mit Butter essen, traust du dich wirklich lautstark zu erzählen, dass du deins ohne isst. Du hast Angst, gehatet zu werden. (Mir is das egal, iss dein Nutellabrot Mädchen).
Ja, ja und so weiter. Vieles unnötige Zeug ist dabei, aber das ist ja die Norm wenn man studiert.
Nun, ich steigere mich schon echt rein, alles zu wissen und zu verstehen. Ich will einfach nur bestehen, ziele wirklich kein bestimmten Leistungsgrad an. Durchkommen ist das Motto. Ein anderes Mindset würde mir auch ein Dolchstoß in den Rücken rammen.
Der Stress, der mein Gehirn abends rattern lässt ist der Fakt, dass ich bei beiden wichtigen Prüfungen, die ich Anfang Februar habe, nur zwei Antritte habe (Junge, ist das in Deutschland auch so, mein Gott).
Ja auf jeden Fall, wenn ich die beiden nicht bestehe ( und die setzen sich auch noch aus je zwei Vorlesungen zusammen, man man man) sag ich ciao kakao zu Publizistik und Kommunikationswissenschaft. Dann darf ich nicht weiter studieren. Weil das Bestehen dieser Prüfungen Voraussetzung für das nächste Semester ist. WORST CASE JA!
Klar, ich kann dritt und viert Antritt machen, die sind aber Ende September und das ist doof. Also keine Panik auf der Uni-Titanic, aber ich will nicht Jack sein und erfrieren, obwohl ich eigentlich noch Platz auf dieser verdammten Tür hätte.
Nun gut, eigentlich sollte ich nicht meckern, weil andere Studiengänge echt viel härter sind, aber ich tue es trotzdem und ich entschuldige mich hiermit aufrichtig an Jura und Medizin-Studierende.
Abgesehen davon, dass ich nur noch am Lernen bin und Leben erst im Februar wieder richtig genieße, gibt’s nichts zu erzählen.
Doch eigentlich schon, aber ich will euch noch ein bisschen auf die Folter spannen hihi.
Ich sollte eigentlich lernen und mir noch ein bisschen Whites Gatekeeping Studie geben, aber ich will euch nicht vernachlässigen. Ihr seid sehr wichtig für mich.
Nun gut, ich bin sicher ihr habt etwas besseres an einem Donnerstagabend vor als mein jammern über die Prüfungen zu hören/lesen. Wie zum Beispiel eine Naturdoku auf Netflix zu schauen, die „Unser Planet“ heißt.
Um runterzukommen und einen Realitätsschub zu bekommen, das es auch noch zig andere Welten auf diesem eigentlich wundervollen Planten gibt und nicht nur den Menschen, der mit seinem Egoismus die Welt nicht nach Kants kategorischem Imperativ lebt. Falls es ein bisschen spannender sein darf, empfehle ich euch den Fall mit Ruby Franke und Jodi Hildebrandt.
Da gibt’s auch zwei Netflix Dokus. Crazy Duo die zwei. Gut, dass ich nicht vom Teufel besessen bin, eine Familienbloggerin ohne Scham mit mehr als 2 Millionen YT-Abonnenten bin und mich von einer Lizenz verlorenen Therapeutin nicht brainwashen lasse.
Mehr erfahren sie auf der ultimativen Google-Suchmaschine, die 1998 das Licht der Welt erblickte.
Okay, ich werde mir jetzt Folge 2 von „Unser Planet“ geben. Es ist nämlich gerade Juni und die Honigbiene hat einiges zu tun.
Ciao Kakao ihr lieben, Grüße gehen raus, noch 12 Tage Lernmarathon, passt auf euch auf und bis bald!!!
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