Mein Studiengang, die Wissenschaft und ich

Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Bitte was?

 

Wien, 07. Dezember 2025. Immer noch Winter, Seele tot. 

 

Journalismus stirbt doch eh bald aus. Jeder kann Journalist sein. Und was kann man danach damit machen. Oh, da muss ich ja richtig gut schreiben können. What the hell bitte was studierst du? Publi hust hust was.

 

Ja, ja, vieles durfte ich mir schon anhören. Unnützes Zeugs, was wie wo wer. Und deswegen ist es an der Zeit, über meinen Studiengang zu reden, Vorurteile aufzuklären und vielleicht den einen oder anderen zu inspirieren, wenn man noch im Niemansland nach der Hochschulreife schwebt.

 

Herzlich Willkommen zum Blogeintrag: Was ist Publizistik und Kommunikationswissenschaften für Anfänger.

 

Ich erspare euch die Google Definition oder die ChatGPT Erklärung. Um erstmal was vorwegzunehmen: wir lernen nicht, wie man interessant oder spannend schreibt, lernen nicht wie man Artikel zusammenfasst oder aufregender mit Stilmittel vollpumpt.

Nein Nein. Kopfschüttelnd. Nein Nein. 

 

Ehrlicherweise hat es gar nicht so viel Journalismus zu tun. Natürlich ist es ein großer Bestandteil, dennoch geht es bei uns eher um das Wissenschaftliche, den aktuellen Medienkurs. Wir lernen nicht gegen die KI zu arbeiten, sondern mit ihr gemeinsam Forschung zu betreiben. Und das finde ich wirklich toll. Es ist sehr aktuell, KI wird nicht schlecht gemalt. Im Gegenteil: uns wird vermittelt konstruktiv mit ihr zusammen zu arbeiten.

Die Uni ist nicht dumm. Studenten arbeiten mit ChatGPT. Ob sie uns es verbieten oder nicht ist uns herzlich egal.

Anstatt uns den Umgang mit dem allwissenden Roboter zu verbieten lernen sie uns, auf was wir aufpassen müssen, wie die KI halluziniert, Sachen erfindet. Man ihn als Unterstützung und nicht als Gegner ansehen sollte.

Wie hat sich die Medienlandschaft verändert? Welchen Stellenwert hat qualitativer Journalismus noch in unserer Gesellschaft? Was macht Social Media mit unserem kognitiven Urteilsvermögen? Wie viele von Ihnen besitzen ein Zeitungsabo? Lesen Sie regelmäßig die Nachrichten? Wie?

 

Wir schauen Werbungen von früher. Eine schlanke Frau isst genüsslich eine Yogurette, die Sonne scheint, sie unnatürlich lachend und hulahoop tanzend durch die Gegend. Erdbeeren, für die die normale Bürgerschaft 5,99 Euro pro halbes Kilo blechen müsste, schweben im Hintergrund. Joghurt, so lecker leicht, schmackofatz. So gesund wow. Ach Sommer Sonne Schoki. Wen interessierts, dass da nur 5,5% Fruchtgranulat drinne ist und die Erdbeeren nur in deiner Fantasie existieren?

Aber egal, Sommer Sonne Schoki. Joghurt, so lecker leicht, schmackofatz.

Wie manipulativ ist das? Was passiert in unserem Gehirn?

Forschungstheorien. Forschungsfragen. Hypothesen aufstellen, Variablen operationalisieren. Eine Forschungslücke finden, die auf ein kommunikationswissenschaftliches Problem zielt. Studien, Zusammenhänge messbar machen. Wissenschaftliches, korrektes Arbeiten. Was darf ich zitieren. Keine Internetseiten, keine Master-Arbeiten, keine verifizierte WWF-Seite. Quellen korrekt auswerten.

Wir diskutieren über Social Media. Was sind „tradwives“? Warum hat Taylor Swift Einfluss auf die Wahlen in den USA? Was unterscheidet Jennifer Aniston von Pamela Reif? Was macht Michelle zur Influencerin? Joke Leute, Joke.

Was ist die Agenda-Setting-Theorie?

Wie kommen wir heutzutage zu Urteilen? Zig Methoden. Elaboration-Likelihood-Modell.

Ich hoffe sitzt vor eurem Mobilen Endgerät und denkt euch, scheiße, das passt ja so zur Michelle. Denn scheiße, es passt wirklich richtig dolle zur Michelle.

Ich bin halt eure Influencerin des Vertrauens. Lese viel. Versuche up-to-date zu sein. Bin aktiv auf Instagramm, interessiere mich dafür, was hinter den Kulissen von Wicked abgegangen ist und will im Medienkurs mit diskutieren. Schaue mir auf YouTube in meiner Freizeit Leute an, die eine Meinung zu Themen haben, nur, um mir meine eigene bilden zu können. Möchte mitreden.

Sind wir ehrlich, ich stehe gerne im Mittelpunkt. Poste gerne mein Leben. Präsentiere mich gerne. Erweitere gerne mein Horizont. Liebe schreiben. Seminararbeiten sind keine Qual für mich.

Ob ich irgendwann bei Galileo als Reporterin, in der Redaktion von „die Zeit“ oder im Social Media Team von TUI lande, lasse ich mal offen. Das Studium ist wirklich sehr breitgefächert und ermöglicht einem den Eintritt in die Forschungs-, dem Marketing-, PR-, Journalismus-, Social-Media- oder generelle Medienwelt.

Peace out an dieser Stelle, ich darf bis Freitag meine wissenschaftliche Arbeit über Greenwashing in der Lebensmittelindustrie weiter verfassen und noch tiefer in die Forschungsfrage, inwiefern grünes Marketing diverser Firmen mit dem Konsumverhalten von Konsument*innen zusammenhängt, graben.

Ich hoffe ihr konntet ein mini bisschen was mitnehmen und versteht etwas besser, für was ich da eigentlich meine nächsten 3 Jahre opfere. 

Freude entsteht, Leben ist toll, in 11 Tagen hat mich die Heimat wieder und der Boden wird von alleine gesaugt, jedem wieder servus sagen, meiner Palme, die mich irgendwie hasst, weil sie glaub ich krank ist, für zwei Wochen tschüss sagen und einfach meine eigentlich sonnenersehnte Seele in Börsched baumeln lassen.

 

Ciao Kakao ihr lieben, Grüße gehen raus, haltet durch. Nur noch 198 Tage bis zum Sommeranfang. Bis mein Mindset wieder Zufriedenheit spürt. Bis bald!

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