Lebst du schon für dich?

Oder willst du nur nicht, das andere dich komisch oder doof finden.

 

Wien, 15. Februar 2026. Semesterferien!!!

 

Nun, ich habe mal wieder das Bedürfnis euch Dinge zu sagen, die mir einfach manchmal im Leben auffallen. Besonders oft bringen mich einfach Alltagssituationen zu irgendeiner Erkenntnis, die ich dann mit euch teilen werde. Und jetzt sage ich einfach mal, dass sich die Welt nicht immer nur um dich dreht.

Mag hart klingen, aber eigentlich will ich hier eher Selbstkritik üben als mit dem Finger auf jemand anderen zu zeigen.

Ich finde es echt erstaunlich, wie sehr ich manche Ereignisse, manche Erlebnisse, Reisen oder sonst was von anderen abhängig mache. Wie ich immer denke, dass vielleicht da über mich geredet wurde, da bestimmt mal mein Name gefallen ist, da mal wer nach mir gefragt hat. Als ob mein Leben so interessant ist. Ist halt schließlich auch nur ein Leben. Bin halt schließlich auch nur ein Mensch.

Du postest eine Insta Story, ich poste eine Insta Story, scrolle mal drüber wer sie alles gesehen hat, wie man das halt so macht, wenn man regelmäßig auf Instagram chillt.

Ob die Leute sich jetzt gedacht haben, wow da wäre ich jetzt auch gerne.

Ob die Leute sich jetzt gedacht haben, wen interessierts, was sie denkt.

Ob die Leute sich jetzt gedacht haben, was postet die eigentlich für nh scheiße.

Ich mach mir so viele Gedanken, was andere denken. Über mein Leben, meine Entscheidungen, mich als Person. Ob sie mich überhaupt mögen, es cool finden, was ich tue, mich als eher komische oder abgehobene Person sehen. Als ob sich alles um mich drehen würde. Ich der Mittelpunkt jedes Gespräch bin. Bullshit, man. Ich bin nicht die Sonne unseres Universums. Null.

Manchmal, da muss ich mir echt sagen, ey Michelle, mach das für dich. Dass DU dich besser fühlst. Nicht, weil du andere impressen willst. 

Jedes Mal wenn ich Tagebuch schreibe, dann tue ich das für mich. Jedes Mal, wenn ich mir ein Tofu-Salat mache, dann mache ich das für mich. Jedes mal, wenn ich in die Uni gehe, ins Gym gehe, dann für mich. Nicht für sie oder ihn. Für mich. Weil ich das will. Weil ich da Bock drauf habe.

Aber ich muss auch gestehen, dass ich jedes Mal vor Freude heulen könnte, wenn jemand zu mir kommt und ein Kompliment macht: Michelle, ich finds so cool, dass du dein Ding durchziehst. Michelle, dieses Oberteil steht dir so gut. Michelle, ich verfolge voll dein Blog und lese jeden Eintrag. Und ich bin sicher, jeder hier empfindet genauso. Wer freut sich bitte nicht über ein ehrliches Kompliment, dass dem Gegenüber ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Worüber du noch lange nachdenkst, dein Tag irgendwie versüßt und dich richtig gefreut hast. 

Und ich gestehe es: ich stehe gerne im Mittelpunkt

Ich habe schon sehr das Bedürfnis, es allen recht zu machen. Zu mindestens versuche ich es. Das schlimmste für mich auf der Welt ist, wenn etwas unausgesprochen ist. Etwas in der Luft liegt. Du nicht weißt, wie du bei jemanden stehst. Ist er noch sauer? Denkt er immer noch an unser Gespräch von vor einer Woche? Was ist, wenn er denkt, dass ich ein schlechter Mensch bin? Was ist, wenn sie mich nicht mag? Aber das war doch gar nicht meine Absicht. Das war gar nicht so gemeint. Gar nicht meine Intention. Drauf zu scheißen, was andere denken, das ist echt gar nicht so einfach. Weil meistens it is not that deep. Ich weiß, ich weiß. Sag das mal meinen Köpflein vorm Einschlafen bitte. Ich kenns ja selber.

Wenn ich ein Promi wäre. Ständig beobachtet, regelmäßiges Berichten über das was ich tue, wer ich bin, wie ich aussehe. Negative Kommentare von Menschen, die mich nicht kennen, Journalisten, die Klicks wollen. Ich glaube ich könnte das nicht. Mit negativen Kommentaren überflutet zu werden. Dinge über mich beurteilen, von denen keiner eine Ahnung hat. Ich lass mich so schnell von anderen Meinungen beeinflussen. Verunsichern. Du findest das Scheiße? Ich überlege danach dreimal ob ich es wirklich tue. "Bor, dann finden die anderen das bestimmt auch doof."  

Mit der Zeit, je älter man wird, je mehr Lebenserfahrung man hat, desto besser kann man mit solchen Situationen umgehen. Trotzdem ist es schwer Dinge zu tun, zu posten, sich zu überwinden ohne auf das Feedback von anderen angewiesen zu sein. So wächst man ja in gewisser Weise auch irgendwie.

Vor allem in der Instagram-Welt. Wie lange verbringen wir damit, Beiträge oder Storys zu gestalten, die perfekte Musik für den Hintergrund auszuwählen. Beiträge oder Storys, die die Leute doch eh nur einmal schauen oder deren Aufmerksamkeit du maximal für eine Sekunde hast. Höchstens. Wie viel Zeit wir damit verbringen, unseren Account mit Chroniken und Gleichmäßigkeiten zu gestalten, das im Endeffekt doch eh nur uns selber auffällt und wichtig ist. Ob der Feed ein Muster hat, ist eher nur für die eigene Perfektion. Viele wissen sicher was ich meine.

Tja, so ist die Gen Z halt. Tja, so bin ich halt. Alles dreimal überdenken, denn ich will ja nicht auf Widerstand stoßen. Denn ich will ja nicht, dass die Leute denken ich bin zu abgehoben oder weiß alles besser. Ich will doch nur, dass mich alle mögen und nicht schlecht über mich denken.

Eines was ich durch die Kommunikationswissenschaft gelernt habe ist, dass Menschen immer im Einklang mit ihrem Umfeld sein wollen. Im Einklang mit den Meinungen anderer. Unangenehme Situationen ausweichen wollen. Das nennt man Schweigespirale. Wenn alle etwas gut finden, dann sagst du nicht als Einzige, dass du das schelcht findest. Die Angst vor der Isolation. Ausgrenzung. Ich meine, wer will schon von der Gesellschaft für komisch oder als underdog abgestempelt werden?

Was ich euch mitgeben möchte, oder eher mir mitgeben will ist, dass wir uns viel zu viel unseren Kopf zerbrechen, was andere über uns denken. Denn du kannst es erstens niemals allen recht machen und zweitens wirst du nie so im Mittelpunkt stehen, wie du denkst, dass du tust. Du willst das nicht hören, genauso wenig wie ich, aber manchmal, da kannst du tun und lassen was du willst, ab einem gewissen Punkt ist es nicht mehr up to you, was andere über dich denken. Denn das, das kannst du am wenigsten beeinflussen. Auch wenn du versuchst, es allen recht zu machen.

Menschen sind so verschieden. Hauptsache dir machts Spaß und du empfindest Freude daran <3

Ciao Kakao meine Mäuse, übermorgen gehe ich back to Germany, Semesterferien werden in vollen Zügen genossen, Valentinstag-/nacht war wild, Grüße gehen raus und bis zum nächsten Mal. Hoffe ihr konntet ein bisschen nachempfinden, was ich meine. Auf Feedback freue ich mich immer oder Kommentare im generellen 🫵🏼

 

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Die einzige die zögert oder dich aufhält, bist du. Und das nur weil du Schiss vor der Meinung anderer hast?

I feel you, aber go girl 🧚

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