Gym-Realtalk

für die Stärkung meines Mindsets, weil an meiner Armmuskulatur nichts mehr zu retten ist

 

Wien, 01. Dezember 2025. Zu kalt draußen und meine Eltern sind da!!!

 

33 Tage läuft es bereits, das mich monatlich 29,99 Euro ärmer macht: mein Abo fürs Fitnessstudio. Und darüber rede ich jetzt. Eindrücke, Stereotype, Vorurteile.

 

Als ich das erste Mal im Gym war, war ich total unsicher. Wie funktionieren die Geräte, was muss ich wie einstellen, beobachtet mich jemand, scheiße mach ich die Übung falsch. Rücken gerade oder doch lieber Katzenbuckel. Himmelherrgott, das einfachste Gewicht ist schon heavy für mich. Bin ich jetzt gut oder schlecht. Den ganzen Struggle außenrum.

Und dann sehe ich sie: die Mädels, die hier ihr Picknick aufschlagen und öfters im Gym als zu Hause sind. Die, die so scheiße gut aussehen mit ihren runden Pöpöchen und hübschen Teveo-Outfits. Wo der Sport-BH zur Leggins passt, die Haare extra gestylt. Aber dann sind da auch die Mamis, die das ganze wieder echt wirken lassen. Das Sportmachen wieder normalisieren. Den roten Kopf und die zerzausten Haaren, die normal sind. Das Schwitzen und das Schnaufen, das normal ist. Die bunten Sportoutfits und Turnschuhe, die normal sind. Die ganz normalen Leute, wie du und ich. Die einfach kommen, um sich zu bewegen, was Gutes für sich und ihre Seele tun.

Die Sport als Ausgleich für ihren Alltag sehen, keinen beeindrucken möchten, nur sich selbst. Nicht die Muskeln spielen lassen, sondern einfach mit der 2000er Playlist voll von Shakira und Katy Perry, zwischendrin mal Backstreet Boys und Spice Girls, ihr Ding durchziehen und glücklich sind.

So könnt ihr euch mich vorstellen: ganz confident geht sie aufs Laufband für 10min. Ihr Ritual: beginne niemals ohne aufwärmen. Und dann lässt sie sich treiben. Schaut sich die Situation im Gym an: ist es voller als voll (meistens Montag Abend, wenn nach einem ausgiebigen Wochenende die Menschen wieder den Drang nach sportlicher Wiedergutmachung fühlen), dann darf sie heute das Laufband für schnelle 6km belegen. Ist es ruhig, so wie es meistens scheint, traut sich das eigentlich null schüchterne Mädchen auch an die Geräte. Mit dem Podcast „Wissen mit Johnny“ ist sie gleich doppeltproduktiv und lernt noch was über den Ablauf von 9/11, das dramatische Ereignis des Tsunamis 2004 oder dem King of Pop Michael Jackson.

Laufband, Geräte, Workout, fertig

Laufband, Geräte, Workout, fertig

Laufband, Geräte, Workout, fertig

Life is busy, deswegen zielt sie viermal in der Woche an. Life is busy, deswegen schafft sie es meist nur dreimal in der Woche.

 

Eigentlich peile ich so 60 min an, damit ich glücklich und zufrieden wieder nach Hause stolzieren kann. Es ist nicht gerade um die Ecke, deswegen nehme ich auch häufig mein Zeugs gleich mit in die Uni und verbinde meine Sporteinheit mit meinem Nachhauseweg.

Nun, ich tue das alles für mich. Für mein Wohlbefinden. Für die Stärke meines Mindsets, weil an meiner Armmuskulatur nichts mehr zu retten ist.

Für meine Seele, meinen Ausgleich, mein Körper, mein Geist. Ein Ort zu haben, wo ich hingehen kann und auch wirklich meinen Sport durchziehe, den ich vielseitig und abwechselnd nach Lust und Laune gestalte. Mal dies mal das mal jenes. Beine, Arme, Cardio, Kraft. Meine Stunde durchziehe und mich dann auf meine Dusche freuen kann. Tief und fest nachts wie ein Baby schlafe.

Ich chille erst einen Monat im Gym, also kann ich noch nicht auf lebensbedeutende Veränderungen eingehen. An meinem Essstil ändere ich ehrlicherweise auch nichts groß, weil ich damit sehr zufrieden bin. Den einen oder anderen Aminosäurenkettenshake gebe ich mir dann doch.

Alles läuft aber schon besser. Die Geräte werden vertrauter, bin schon bei Folge 33 in meinem Podcast, ich kenne meine Abläufe. Vor allem das Joggen geht schon viel leichter und schneller.

Und dann singt sie „Welcome to New York“ von Taytay und fühlt die Musik, läuft und läuft und blendet alles aus.

Ich finde uns, oder mir zu mindestens, wird durch Social Media vermittelt, dass nur crazy Leute ins Gym gehen. Ihr wisst, die Schränke, die pures Eiweiß und Proteinshakes wie Wasser trinken. Die Mädels, die uns vermitteln, dass sie die neuen Beauty Standards sind. Aber das ist wirklich gar nicht so. Klar, mehr Jungs und viele hübsche Menschen sind dort schon, aber ansonsten ist das ein Place für jedermann. Und das habe ich echt nicht erwartet.

Ich mit meinem Meisterschaft BOL T-Shirt von 2022 und meinen Handballschuhen falle nicht auf. Weil alle irgendwie ihr Ding machen, ohne groß auf andere zu achten. Schließlich haben wir alle ein gemeinsames Ziel. Sportmachen. Unwichtig, wie lange oder schnell man läuft, unwichtig, wie viel Kilo man stemmt, unwichtig, ob man 20 oder 60 ist.

Niemand hat das Recht, andere zu judgen, zu verurteilen. Jeder hat seine Stärken beim Sport, seine Schwächen, in denen er sich bessern will. Die Armmaschinen werden nie mein Freund sein. Meine Tabata Workouts und das Laufband dagegen sehe ich als Besties. Alles fein, solange man sich an diesem Ort wohlfühlt.

Ey, ich checke die Leute dort auch ab und beobachte alle links und rechts von mir. Das ist normal, behaupte ich.

Ich bin aber wirklich stolz, dass ich das mache. Hatte wirklich Angst dort hinzugehen, aber wie gesagt, jeder macht sein Ding. Niemand verurteilt. Und wenn, dann ist es so. Du kannst die Menschen nicht ändern. Und die Blicke nicht vermeiden

Jetzt heißt es einfach so weitermachen wie bisher, glücklich sein, sich zu steigern und nicht so hart zu sich selbst sein.

 

Ciao Kakao ihr Lieben, Grüße gehen raus, ich hoffe die Winterdepression kickt bei euch noch nicht, fantasiert einfach über den Sommer und bis zum nächsten Mal !!!