Gen Z
eine Generation, viele Herausforderungen
Wien, 30. Oktober. Ein Abend, an dem meine Gedanken nur so gesprudelt sind. Wie immer halt.
Es gibt so viele verschiedene Menschen auf der Welt. Und jeder hat einen anderen Fokus, auf den er Wert legt. Prioritäten, die für jeden unterschiedlich sind. Dinge, die für mich an erster Stelle stehen, bei anderen gar nicht erst nennenswert sind. Genau das bietet Vielfalt, nicht wahr?
Auf Instagram sieht man Menschen, die die beste Version von sich werden wollen. Ein Vorbild darstellen, das Jugendliche nacheifern. Ziele erreichen wollen, die unmöglich scheinen. Es wird normalisiert, durch Social Media Geld zu verdienen, genügend Asche für Urlaub zu haben, ständig irgendwohin zu reisen oder unterwegs zu sein. Dauerhaft massig Kleidung zu besitzen, genug Zeit zu haben, um ins Gym zu gehen und gesund zu kochen. Arbeiten? Muss nicht.
Das ist krass. Und das sind Ausnahmen. Nicht die Mehrheit. Oder kennt ihr jemanden persönlich, der ausschließlich von seinem Content auf Social Media lebt?
Wer so leben kann, sollte es als Geschenk ansehen. Mal hier, mal da filmen, im Bett Videos schneiden, mit Kaffeetrinken Geld verdienen oder von Brands in die schönsten Orte geschickt werden. Für Werbung. Content. Traumleben nicht wahr? Trotzdem gibt es Videos, wo Influencer*innen sich beschweren, wie hart ihr Leben ist. Wie kann das sein? Wie wenig kann man in der Realität leben?
Durch diese Scheinwelten wird uns vorgeschrieben, wer wir zu sein haben. Schlau. Hübsch. Schlank. Gesund. Wo sind die Fehler, die man sich nicht mehr leisten darf? Wo sind die normalen, alltäglichen Menschen, die mit Selbstliebe strugglen und sich abends eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben, weil sie wegen einem 9 to 5 Job erst spät abends heim kommen. Der 9 to 5 Job, mit dem eure Eltern euch durchfüttern. Meine Eltern mich durchfüttern. Der, der an Attraktivität enorm verliert. Ist das denn gut so?
Ich bin ehrlich. Wenn ich eine Schulklasse befragen würde, was sie einmal werden möchten, will ich nicht wissen, wie oft Influencer*in genannt wird. Das crazy wie Susanne Daubner jetzt so schön sagen würde.
Wo ist Peter, der schon immer Feuerwehrmann werden wollte. Oder Beate, die das Potential zur Tierärztin hat. Oder Joachim, der zum Mond fliegen wird. Kinder haben Träume. Wie immens kann sich die Welt verändern. In der als Traumberuf Influencer vor Astronaut genannt wird.
Ich bin Gen Z. Die so abgöttisch, was Arbeitsmoral angeht, gehasst wird.
Wir faulen. Wollen doch nicht arbeiten. 4 Tage Woche, was soll der Scheiß? Ihr und euer Veganer Soja Tofu Schnitzel Hafermilch.
Alles scheint so unsicher. Die Zukunft. Die Kriege. Die Weltmächte. Künstliche Intelligenz. Social Media. Wir müssen schneller denn je wachsen. Den Umgang mit Medien lernen. TikTok manipuliert.
Jeder weiß es. Keiner löscht es. Jeder scrollt weiter. Keiner hinterfragt.
Wenn ich so darüber nachdenke, hat dieser Text hier eigentlich gar keinen roten Faden. Aber er hat eine Message.
Wir leben in einer Zeit, wo Vielfalt in den Medien den Bach runter geht. Printzeitungen bald den Status der Dinosaurier haben werden. Journalisten durch Deppen wie Maximilian Krah ausgetauscht werden. Wo Instagram und TikTok entscheiden, was junge Menschen bewegt. Wo Krieg und Stress in der Politik normal sind. Wo Mental Health Aufmerksamkeit, und das Bewusstsein und Wohlfühlen einen ganz anderen Stellenwert bekommt. Und das ist ok. Das ist gut so. Die Welt verändert sich. Alles mit der Zeit. Vielfalt.
Jede Generation hatte ihre Hürden. Unsere ist nunmal anders. Vielleicht werden wir als faul betitelt. Vielleicht sind das auch einige. Aber alle in eine Schublade zu stecken ist doch eh immer schön. Wir wachsen nunmal in anderen Lebensumständen auf, mit anderen Bedürfnissen, mit anderen Herausforderungen. Das Leben verläuft nicht nur geradlinig. Es gibt ups and downs. Corona war unsere Jugend. Wir verloren uns selbst indem wir zu Hause alleine Pamela Reif Workouts machten und abends vor 21 Uhr nicht mehr auf den Straßen unterwegs sein durften.
Den Rechtsruck bekämpfen und wieder den eigenen Kopf einschalten. Eigenständig denken. Eigenständig hinterfragen. Was durch KI immens verloren geht. Unterscheiden, was richtig und was falsch ist. Fake News erkennen, nicht alles glauben, was einem eingetrichtert wird.
Das ist schwer. Und nicht so einfach.
Während alle über Merz Stadtbild reden oder versuchen Louvres Räuber zu schnappen, mache ich mir Gedanken über die Gen Z. Eine Generation im Zwiespalt. Zwischen Arbeitsplätze schaffen und Arbeitsplätze verlieren. Zwischen mentalen Problemen und Druck sozialer Medien. Eine Generation mit Vorurteilen. Mit anderen Prioritäten, um auf den Anfang meines Textes zurückzukommen. Eine Generation, die meiner Meinung nach einfach nur eines will: Frieden. Frieden mit sich selbst und Frieden mit der Welt. Freiheiten genießen, die gerade in anderen Ländern auf der Kippe stehen. Freiheiten, für die Generationen vor uns gekämpft haben.
Grüße gehen raus, Ciao Kakao, bis zum nächsten Mal !!!!
Ey Leute ich hab ein neuen Button gefunden. Könnt auch gerne euren Senf zu dem Artikel geben: Faule Generation oder Kämpfer für Gerechtigkeit?
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Kommentare
Hallo Michelle, das hast du sehr schön geschrieben. Ich denke man sollte generell nicht alle Menschen über den Kammscheren, sowie die Nationalität als auch die unterschiedlichen Alter der Menschen. Ich lese immer gerne was du schreibst oder an Bildern in Instagram schickst, es ist schön, dein Werdegang zu verfolgen. Fühl dich gedrückt liebe Grüße Bernd, wir waren mit dir in der Karibik Reise auf dem MeinSchiff. Du hast uns immer vorzüglich bedient. 🫶🏻🤗