Mensch, wie werd ich lockerer?

die Balance finden: vernüftig und spaßig sein 

 

 

Wie wird man lockerer?

 

Eigentlich bin ich ja recht zufrieden mit meinem Leben. Ich hab ein Haus über dem Kopf, dass ich mir mit zwei wunderbaren Mädels teile, ein Studiengang, der mir Spaß macht, ganz viele tolle Freunde, Prüfungen sind endlich auch alle durch und bestanden und eine Family, die mich jederzeit mit offenen Armen empfängt.

 

Alles fing mit einem Kaffee bei einem Lerndate mit einer Freundin an. Und dann sprudeln die Themen einfach so. Warum bin ich immer die Vernünftige. Warum kann ich nicht einfach mal spontan in den Tag starten ohne vorher zu planen, wann genau ich ins Gym gehe und wann ich was essen werde. Diese Dauerschleife von Overthinking ist so präsent, dass es einen echt den Spaß manchmal nimmt. Und ich würde das doch so gerne ändern. Wenigstens ein bisschen was davon ändern.

 

Das Thema Alkohol. Gestern waren wir in einer Bar, die Prüfungen sind durch und fertig. Wir sind auch nebenbei durch und fertig. Ich hatte einen alkoholfreien Mango Mochito bestellt. Was das angeht kenne ich mich zu gut und weiß, dass ich legit nichts vertrage und mein Bäuchlein da auch relativ empfindlich ist. Wie das Schicksal es so wollte war er natürlich nicht alkfree, ich wollte keine Umstände machen und dachte mir „ach, eigentlich ist es auch überhaupt nicht schlimm“ und wollte irgendwie in einer entspannten Atmosphäre trinken, hatte mich aber nicht überwinden können.

Dieser Kontrollverlust. Dieser Perfektionismus immer alles geplant haben zu müssen und die Gedanken im Kopf, dass man immer noch über die Prüfung nachdenkt. Anstatt zu sagen, ey Michelle, du hast es gepackt, gönn dir das doch mal wird immer noch überlegt, ob ich überhaupt bestanden habe. Dieses nicht locker sein. Dieses Verkopfte. Egal mit was, egal welches Thema, egal wohin, egal mit wem.

 

Es gibt echt genug Leute in meinem Umkreis, von denen ich mir gerne eine Scheibe abschneiden würde. Die einfach so ihr Leben leben. Ohne tausend mal über die Konsequenzen nach zu denken. Man muss nicht immer vernünftig sein. Oder um 8 Uhr aufstehen und sofort produktiv sein. Dieses Clean Girl, was uns da im Internet vermittelt wird. Vielleicht nur eine Illusion.

Ey klar, so bin ich halt. Und das ist ja irgendwie auch gut so. Jeder hat seine Makel, seinen Charakter, seine Eigenschaften, die ihn zu ihm selbst machen. Dieses lockerer werden. Nicht so verkrampft in alles reingehen. „Einfach mal machen“. Kann man so was überhaupt lernen?

Bestimmt. Trotzdem will ich ja nicht mich selbst verlieren. Das, was mich und jeden hier ausmacht.

Da gehört auch das Thema Geld dazu. Wir leben alle so privilegiert und trotzdem sind es so kleine Sachen, die ich in der Stadt oder im Supermarkt tausend mal überdenke.  Ist der 4,50 Euro Kaffee jetzt noch drinne? Aber eigentlich könnte ich mir davon auch 4 Joghurts kaufen. Aber ich hab da doch jetzt Bock drauf. Da wird alles drei, vier mal überdacht bis die Michelle endlich ihr Geldbeutel zückt und sich endlich den harmlosen Hafer Latte kauft.

Wenn der aber nicht gut schmeckt oder heiß genug ist, kommt sofort das Teufelchen: GIRL. 4,5€. Serious?

Bei jeder Kleinigkeit kreist das Köpflein. Abschalten abends ist schwer. Optimistischer werden will ich. Nicht immer nur denken, das alles schief geht. Eigentlich fühle ich mich selbstsicher. Confident. Aber zu leicht lasse ich mich verunsichern, ein Kommentar über den Körper, ein Kommentar über meine Leistung und es bleibt in meinem Kopf. Sicher. 

Diese verdammten Gedanken.

Ich meine, es wird schon einen Grund geben, warum ich so bin wie ich bin. So nachdenklich und eigentlich richtig sensibel. Wenn man in seinen 20iger ist, dann muss man sein „ICH“ vielleicht eh erst finden. Diese Phase ist maybe NOW.

Okay. Ab heute werde ich lockerer. Mache mir nicht mehr so viel Gedanken über mein Äußeres. Akzeptiere, dass ich halt ein bisschen verkopft bin.

Ich denke ein Mittelmaß ist toll. Vernünftig spaßig. Spaßig Vernünftig. Nicht alles zu ernst nehmen. Aber nicht alles auf die zu leichte Schulter nehmen.

Nicht immer das Paket voller Probleme mitschleppen. Den Scheiß zu Hause lassen und es ein Problem der „Zukunfts-Michelle“ nennen.

 

Heute Nacht geht’s nach Zypern. Ich freue mich. Mit fifty fifty Spaß und Verantwortung. Einfach mal ich treiben lassen, wandern zu gehen ohne richtig zu wissen, was auf einen zukommt, ein bisschen Sonne. Mal raus von dem Lernen, das endlich ein Ende fand und die Freiheit genießen, die ich und alle Studenten jetzt erleben dürfen.

Mich treiben lassen, ohne zu wissen was auf einen zukommt.

Mich treiben lassen. Ohne zu wissen. Was wird auf mich zukommen?

 

Ciao Kakao ihr lieben, die Insta Storys werden geschallert, der Trip wird wild, bis bald, Grüße gehen raus!! Bitte seid nicht immer so beschissen verkopft, alles wird schon so kommen wie es kommen soll. Seid dankbar <33

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