Dolomiten
Berge, vier Mädels und die Natur
Wien, 26. Mai 2026. wandern über stock und stein, den wäldern ganz nahe
Um 7 klingelten die Wecker, obwohl wir auch einfach unser Fenster öffnen hätten können. Die Hühner, die Vögel, Bauer Hans und der Kirchturm, die waren alle schon lange vor uns wach.
Jeden Morgen, da brachte Monika, die Frau von Hans, uns unsere Frühstückslieferung: je zwei frische Eier von glücklichen Hühnern für jeden, ein Liter Milch von glücklichen Kühen und je 2 Brötchen vom lokalen Bäcker. Jeden Morgen wurden Laugenstangen mit Hummus oder Käse beschmiert, auf den Bergen in 2000 Meter verspeist - neben Salzstangen, Protein Riegel, Äpfel und Cookies. Zwischendurch mal das Intro von Phineas und Ferb gesungen, mal die Stille genossen, mal geschnaubt, weil Steigung 100% oder so.
Unsere Host-Family, die wirklich Zucker war, leben hier schon 25 Jahre. "Was ein tolle Aussicht ihr doch habt" sagte ich am ersten Tag zu Monika. "ach man gewohnt sich dran" meinte sie.
Irgendwann, da nimmt man alles als selbstverständlich. So wie ich damals das Meer, das für lange Zeit mein zu Hause war. Auf dem ich lange gelebt hatte. Voll Schade irgendwie. Nachdem man in der Stadt wohnt, da schaut man jetzt ganz anders auf grüne Felder und Berge. Die etwas beruhigendes haben.
Hier laufen zu gehen. Ein Träumchen. Frühs eine Runde joggen ohne dass dich die Ampeln aufhalten oder zahlreiche Leute dich anglotzen, weil du was für deine Kondition machst. Kurz mal stehenbleiben, auf einer Bank die Aussicht genießen. Erinnert mich ein bisschen an zu Hause. Nur ohne Riesen-Berge natürlich.
Beim Zähneputzen wurde zu Cro getanzt, beim Spühlen zu Justin Biber. Am Abend die geschossenen Bilder ins geteilte Album hochgeladen, gelesen, geschrieben. Sich auf den Balkon gesetzt und in die Ferne geschaut. Skyjo gespielt und den nächsten Tag geplant. Geduscht und ins Bett gefallen. Bis am nächsten Tag schon viele Lebewesen vor dir wach waren. Und wir trotzdem nie später als 9:30 Uhr das Haus verließen.
Unsere erste Wanderung, die ging 6 Stunden. Meine Apple Watch ist durchgedreht. Mein Bewegungsring war mal vier geschlossen. Schnee lag auf der Spitze auch noch, trotzdem ging's in T-Shirt voran. Verrückter Tag. Und anstrengend. Meine Lunge hatte wahre Leistung gezeigt.
Am zweiten Tag gingen wir alles etwas entspannter an. Ein großen Spaziergang um den Pragser Wildsee, der schon definitiv touristischer war. Aber die Menschen, die haben uns nicht gestört. Das Wasser war türkis blau, wir waren zu viert, hatten uns und die Berge.
Abends, da wurde immer fleißig gekocht. Tortellini mit Pesto, Nudeln mit Tomatensoße, immer eine Karotte am snacken, immer ein Salat nebenbei. Wraps am dritten Tag, die Reste verwertet.
An Tag vier mussten wir bereits die Rückreise antreten. Platz für eine drei stündige Wanderung, bei der uns lediglich eine Person über den Weg lief, war aber trotzdem noch. Schon krass, wie alleine man in dieser großen weiten Welt sein kann. Während in Wien alle U-Bahnen voll sind, die U1 mich jedes Mal aufs neue herausfordert ist hier oft keine Menschenseele zu finden.
Nun, normalerweise war an Pfingsten immer Handballzeltlager auf dem Plan gestanden, letztes Jahr schipperte ich in Amerika zwischen Miami und New York herum, dieses Jahr fiel das Glücksrad auf die Dolomiten in Itlalien mit den Mädels. Was für Kontraste. Bei bestem Wetter. Nicht zu heiß, gut eingecremt, mit Cappie, Wanderschuhen und Rucksack waren wir täglich fleißig am Schritte sammeln.
Das hat der Seele gut getan. Hat gezeigt, dass es noch mehr außer Stadt und Kopfsteinpflaster gibt. Dass die Natur noch blüht und sich nichts davon anmerken lässt, was gerade auf der Welt passiert. Es gibt Orte, an denen es einfach friedlich ist. Die Vögel zwitschern als hätten sie nie was anderes getan. Hans die Kühe füttert, als hätte er nie was anderes getan. Monika die Eier einsammelt, als hätte sie nie was anderes getan.
Und mittendrin vier Mädels aus Wien irgendwo im nirgendwo zwischen Bergen und Bäumen am wandern, quatschen und lachen. Als ob es doch noch Orte gibt, an denen es friedlich ist. Nicht alles so schlimm scheint, alles vergänglich ist und das Leben weitergeht. Egal was passiert. Der Seele, der hat es mal wieder richtig gut getan so viel Grün zu sehen !!!
Ciao Kakao ihr lieben, eine Hitzewelle erwartet uns. Immer schön viel trinken und eincremen. Passt auf euch auf! 🤍
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