Dubrovnik

Solo-Reisen - sich selbst auf die Probe stellen.  

Wien, 07. Juli 2026. Übermorgen gehts für mich in die Heimat!!

Wir vergessen und verdrängen meinen ersten Versuch im Februar eine Solo Reise zu machen und benennen Dubrovnik als den Start meiner Liebe zum alleine traveln. 

Denn Holy Shit, ich hätte keine bessere Entscheidung treffen zu können, als mit niemanden außer mit mir selbst den Alltag zu entfliehen. Und mir selbst nach der Prüfungsphase eine fette Belohnung zu gönnen.

Nun, alle Prüfungen sind bestanden, das zweite Semester darf (fast) offiziell als abgeschlossen gelten. Ich bin ein freier Mensch bis Mitte Oktober. Und ein Solo Trip innerhalb Europa, das konnte ich mir im Zuge dessen nicht entgehen lassen.

Medienpsychologie war geschrieben, keine 24 Stunden später saß ich im Flieger, hatte meinen letzten Dienst auf der Arbeit getan und war sowas von bereit nicht um 6 Uhr aufzustehen, um so viel zu lernen wie mein Gehirn aufnehmen konnte.

Der Abend, bevor es für mich nach Dubrovnik ging, ging lange. 

Meine beiden WG-Mädels sehe ich aufgrund unterschiedlichster Urlaubs, zu Hause, Umzugs- und Arbeitsplänen für eine lange Zeit nicht mehr. Und das, das ist echt scheiße. 

Emy darf über den Sommer in Südtirol arbeiten, Kashira zieht für ein halbes Jahr nach Barcelona um ein Auslandsemester zu machen und ich bin weg und komme erst Mitte Oktober zurück nach Vienna.  Wir vermissen unsere Barcelona-Maus jetzt schon und freuen uns ihr irgendwann ein Besuch abzustatten!!!

Und sind so verdammt happy dass sie das durchzieht. Rock it!!!

Ich denke ich fange einfach mal über Dubrovnik zu erzählen: Tag Eins in der wundervollen Stadt an der Adria, hab ich mit einem fetten geilen veganen Burger und Tagebuch schreiben ausklingeln lassen. Das Restaurant hat ausschließlich plant-based Produkte angeboten, ich saß hinten in einem Garten und hab confident alleine zu Abend gegessen.

Ich muss sagen es war keine Sekunde komisch alleine zu essen. Ich hab das so enorm genossen. Hab die Leute um mich herum beobachtet, mit den Kellnern gequatscht, geschrieben, gegessen, getrunken. Alles langsam, ohne Stress. Das war echt ... cool muss ich sagen. 

Wegen dem Abend davor hatte ich eh nicht so viel Schlaf, bin also dementsprechend müde in mein Bettchen gefallen.

Das Hostel Petra Marina kann ich soooo dolle empfehlen!! Ich war in einem 4er Frauenschlafzimmer, es gab eine super süße Küche, eine öffentliche und private Terrasse, Lage war top, der Bus Richtung Innenstadt vor der Tür.

Tag zwei startete mit einem Strand-Besuch am Beach Bellevue. Neben mir lag eine riesen Jungsgruppe, die einen Junggesellenabschied feierten. Ich habe weder Buch, noch Musik oder irgendetwas anderes gebraucht um mich zu beschäftigen. Gespräche über Thailand-Reisen, jegliche Jobs von Sebastian oder deren spätere Bootstour waren Unterhaltung pur. Ein Podcast in Real-Life (darf man so?) 

Irgendwann hab ich mir gedacht, okay ich oute mich, dass ich deutsch bin und frag ob sie genug Platz haben oder ich etwas zur Seite rutschen soll. Ihr wisst schon, damit sie checken, dass ich deutsch spreche und ihre Konversationen verstehe. So kam das eine zum anderen, man kam ins Quatschen, als sie gegangen sind haben sie sich ultra süß verabschiedet, mir noch einen tollen Urlaub gewünscht und ich fand die ganze Situation irgendwie witzig und total toll.

Nach der Mittagssonne hat es mich in die Innenstadt gezogen. Die Altstadt ist wirklich ein Traum. Mit meinem Eis hab ich mich auf eine Bank gesetzt, People-Watching betrieben, bis ich weiterzog, an einem versteckten Strand-Abschnitt hinter der Stadtmauer landete.

Dort traf ich zwei Australierinnen aus Sydney, war mit den beiden schwimmen. Die auch die Serie H2O total abfeiern!!

Ich traf dort drei Mamas aus Irland, die schon angedödelt vom Aperol waren. 

Bruna traute sich nicht ins Wasser zu springen. Alle Menschen um sie herum haben sie angefeuert, wir riefen BRUNA BRUNA BRUNA, sie sprang und bekam Beifall von den vielen Menschen, die ihr zu jubelten.  Die ganze Situation war so herzlich, alle waren super supportive. Alle haben sie ermutigt, zwei Herren sind mit ihr gesprungen.

Ab da dachte ich mir, wow. Solo bedeutet niemals, in keinster Weise, einsam zu reisen. Null.

Tag drei startete wie schon am Tag davor mit einer frischen Melone vom Markt und einem Iced Coffee auf dem Weg zum Sunset Beach.

Keine Stunde lag ich dort alleine. 

Meine Sonnencreme war leer. Und bei UV 9 darf ich es mir nicht leisten, mich nicht einzucremen. Also war ich so, Michelle, jetzt frag das nette Mädchen einfach ob du ein bisschen Sonnencreme haben kannst. Und zack hatte ich eine neue Freundin, Elena, aus Norwegen, die mit ihrer Mama hier war um auf eine Hochzeit zu gehen. Wir haben den Strandtag miteinander verbracht und uns so gut verstanden. Wenn ich nach Oslo gehen sollte, hab ich auf jeden Fall schonmal jemanden zum besuchen. Und die beiden waren so offen und herzlich. Man waren die süß.

Mein Plan war es an dem gleichen Abend noch auf die Aussichtsplattform hoch zu wandern. Wir wollen uns ja das Leben nicht einfach machen, deswegen nehmen wir nicht die überteuerte Touri- Gondel sondern laufen den ganzen Spaß. Das eine kam zum anderen und im Hostel hatte ich eine Amerikanerin, Kate, aus Kensas City aufgeschnappt. Ich war so Michelle, fuck it, frag sie doch einfach ob sie mit will. Und wir bestiegen den Berg gemeinsam. Und schauten uns gemeinsam den magischen Sonnenuntergang an. 

Ich war so froh jemanden zu haben, mit dem ich meine Erlebnisse, meine Erinnerungen teilen konnte. Jemanden bei mir zu haben, mit dem ich zusammen die Sonne hinter dem Horizont verschwinden sehen kann. Bitte bedenken Sie, dass wir den ganzen Weg im dunkeln wieder runter laufen mussten - logisch? - haben uns kein Bänderriss - Gott sei dank - geholt und aßen um halb elf am Abend noch ein Eis und kehrten gemeinsam zurück ins Hostel. 

 

Was ein verdammt schöner Tag. 

 

Nächster Tag, nächster Strand, zwei neue Freundinnen. Die eine aus Sydney, die andere aus Spanien. Wir sind geschwommen, waren gemeinsam an der Strandbar, haben geredet, gelacht. 

An meinem letzten Abend gönnte ich mir eine Pizza, hatte Small Talk mit einer deutschen Family, lief noch einmal durch die Altstadt. Kaufte Magnete für meine Wand. 

Ich glaube ich kann gar nicht beschreiben wie schön es war. Und ich wiederhole mich bestimmt bereits tausend mal, aber Dubrovnik hat mein Herz. Es hat alles so gut, reibungslos ohne Zwischenvorkommnisse geklappt. Der Flug war pünktlich, da war keine Situation, was mich irgendwie geärgert hatte. Aus dem Konzept gebracht hatte. 

 Ich hatte so viel Spaß, darf stolz auf meine Bräune und mein Englisch sein. Stolz sein, dass ich das alleine so gut gemeistert habe. 

Am Anfang, da gebe ich zu, dass etwas Angst hatte. Dass es zu langweilig wird. Irgendwas in die Hose geht. Man ist aber relativ schnell im reinen mit sich selbst. Kann machen was man will. Keinen interessiert es, ob du schon um 9 oder erst um 11 am Strand ist. Du darfst entscheiden. Nach deinem Hunger essen holen, nach deiner Laune losziehen, nach deiner Gefühlslage für dich sein oder Leute ansprechen. 

Und diese Freiheit ist wirklich was tolles. 

Ich verstehe, dass man Angst vorm solo reisen hat. Total. In gewisser Weise muss man der Typ dazu sein. Natürlich macht man sich das Leben einfach, wenn man easy mit fremden Menschen kann. Wenn man einfach Smalltalk führen kann. 

Ich muss zugeben, dass auch fast immer ich diejenige war, die den ersten Schritt gemacht hat. Ich habe gefragt, ob Kate mitkommen will, ich hab der Family neben mir Guten Appetit gewünscht. 

Manchmal ist es auch wichtig den Vibe zu checken. Erst zu beobachten wie die Personen drauf sind, ob sie Lust auf Interaktionen mit einer Fremden haben. Verstehen und Verständnis haben, wenn man zu aufdringlich ist. Aber offene Leute ziehen einen an. Man merkt das direkt solange man relativ gute Menschenkenntnisse hat. Tatsächlich ist es schnell und einfach zu sehen, ob jemand Lust auf seinen Gegenüber hat oder eben nicht.

Also geht den Schritt. Sprecht die Leute an, freut euch mit Bruna wenn sie ins Wasser springt, genießt die Zeit auch alleine, beobachtet, denkt nach, schließt Freundschaften. Euer Horizont wird so erweitert. Und ihr könnt so stolz auf euch sein! 

Ich bin überzeugt, dass eine alleinige Reise auf meine Jahres-Bucket-List kommt. Europäische Städte mit Strand bieten sich perfekt an. Nur noch auf buchen drücken und sich freuen, mit niemand geringeres als sich selbst einen wundervollen Urlaub zu haben. 

Denn den, den hatte ich ... ☀️